Richard Wagner der Christ
Die antikatholische Tannhäuser-Ballade der frühen Neuzeit wandelt er in seiner Oper pro-päpstlich ab, bringt sogar die heilige Elisabeth ins Spiel. Der Papst schickt bei Wagner seinen wundersam ergrünten Hirtenstab nach Deutschland, um dem reuigen Lüstling des thüringischen Venusberges Vergebung anzuzeigen. Anders als in der Ballade kehrt Tannhäuser nicht in den Venusberg zurück, sondern wird durch die Fürbitte der hl. Elisabeth gerettet.
Am heutigen Passionssonntag erklingt in katholischen Kirchen das Lied
"Heb' dein Aug' und dein Gemüte,
Sünder, zu dem Berge hin,
schau mein Leid und meine Güte,
Schau, ob ich dein Heiland bin.
Also ruft vom Kreuzesstamme
Dir dein Jesus sterbend zu,
Ach, darum die Sünd' verdamme,
Suche bei ihm Heil und Ruh."
Richard Wagner zitiert die Melodie in "Tristan und Isolde" zu seiner Liebestod-Musik,
säkularisiert die Melodie zwar, aber erhebt dadurch die Liebe zweier Sterbender ins Sakramentale.
Den kirchenkritischen Roman des Mittelalters (Gottfried von Straßburg) wandelt Richard Wagner ab. In seiner Oper begehen Tristan und Isolde keinen Ehebruch, übt Isolde keinen Suizid..
Die Oper "Parsifal" nach dem mittelalterlichen Roman des Wolfram von Eschenbach huldigt dem eucharistischen Gral, einem christlichen Rittertum, ehrt den heiligen Karfreitag.
Parsifal-Ouverture: youtube.com/watch?v=Ciq9Sefqun8
Liebestod-Musik: youtube.com/watch?v=07YFIWL_XSI
Tannhäuser-Ouverture: youtube.com/watch?v=jVpSrV21_X0